Digitaler Nachlass:
Zugriffsrechte & Einrichtung
des Apple Nachlasskontakts


Vorsorge für deine Apple ID: Damit digitale Erinnerungen erhalten bleiben 


Sorge heute vor, um deinen Angehörigen im Ernstfall Hürden zu ersparen. Mit dem Apple ID Nachlasskontakt stellst du sicher, dass Fotos und wichtige Dokumente im Ernstfall in den richtigen Händen liegen. Wir zeigen dir, wie du diese einfache digitale Vollmacht in wenigen Minuten einrichtest.


11.03.2026 14:32 | Linda Schenker

Was ist der Apple ID Nachlasskontakt?


Der Apple Nachlasskontakt fungiert als eine Art digitale Vorsorgevollmacht, die sicherstellt, dass deine persönlichen Erinnerungen und Dokumente im Ernstfall nicht verloren gehen. Dabei bleibt deine Privatsphäre zu Lebzeiten vollständig geschützt, da benannte Personen keinerlei Zugriff auf deine Daten bekommen. Denn erst nach einer manuellen Prüfung der Sterbeurkunde gibt Apple den Zugang für einen begrenzten Zeitraum von drei Jahren frei. 

 

Während Fotos, Nachrichten und Dateien dann für deine Hinterbliebenen zugänglich sind, bleiben sensible Sicherheitsdaten wie Passwörter im Schlüsselbund oder gekaufte Medieninhalte weiterhin unter Verschluss. Das Herzstück dieser Vorsorge bildet der bei der Einrichtung generierte Zugriffsschlüssel: Er ist das einzige Werkzeug, mit dem deine Vertrauensperson später die digitale Tür öffnen kann, weshalb eine sichere Aufbewahrung (digital oder ausgedruckt bei deinen persönlichen Unterlagen) entscheidend ist. 

ältere Frau hält ihr iPhone vors Gesicht

Erfasse deinen Nachlasskontakt in den Einstellungen deines iPhone. (Foto: Freepik)

Wie sicher ist die Funktion für deinen digitales Erbe? 

Für Apple stehen die Privatsphäre und der Schutz persönlicher Daten an oberster Stelle. Alle Informationen auf iPhone, iPad oder Mac sind so verschlüsselt, dass im Alltag nur der Inhaber mit seiner ID Zugriff hat. Was im Sinne der Sicherheit ein unersetzliches Feature ist, bedeutete in der Vergangenheit im Abschiedsfall oft eine grosse Belastung für die Angehörigen.

 

Früher war der Zugriff auf die iCloud eines Verstorbenen meist nur über einen mühsamen Rechtsweg möglich. Der Nachlasskontakt (Digital Legacy) ist Apples Antwort darauf: User:innen bestimmen damit heute unkompliziert eine Vertrauensperson, die erst im Ernstfall Zugriff auf die digitalen Erinnerungen erhält.

 

Apple selbst beschreibt die Funktion als:«Die einfachste und sicherste Möglichkeit, nach dem eigenen Ableben einer vertrauenswürdigen Person Zugriff auf die Daten zu gewähren, die im Apple Account gespeichert sind.»

Wer darf deinen digitalen Nachlass verwalten?

Ein Nachlasskontakt ist eine Person deines Vertrauens, der du erlaubst, nach deinem Tod Zugriff auf die gespeicherten Daten zu beantragen. Folgende Punkte sind bei der Wahl wichtig:

  • Freie Wahl: Du kannst jede Person wählen (zum Beispiel Partner:in oder Familienmitglieder). In der Schweiz ist dies bereits ab einem Alter von 13 Jahren möglich.
  • Kein Apple-Zwang: Die gewählte Person muss selbst kein Apple-Gerät besitzen.
  • Familienmitglieder: Bei Mitgliedern der iCloud-Familienfreigabe wird der Schlüssel automatisch auf deren Geräten hinterlegt.
  • Mehrfache Absicherung: Wir empfehlen, mehr als eine Person zu benennen.
  • Volle Kontrolle: Wird ein Kontakt entfernt, erlischt dessen Zugriffsschlüssel sofort.

Diskretion steht beim Apple ID Nachlasskontakt an erster Stelle

Der Nachlasskontakt hat zu Lebzeiten keinerlei Zugriff auf deine Daten. Dieser wird erst nach positiver Prüfung der Sterbeurkunde durch Apple gewährt. In diesem Moment erlischt der ursprüngliche Zugriff des Verstorbenen (Passwort und ID), um das Konto vor unbefugtem Zugriff von aussen zu schützen. Den Hinterbliebenen bleibt nach der Freigabe ein Zeitfenster von drei Jahren, um die Daten zu sichern, bevor der Account dauerhaft gelöscht wird.

Zwei Frauen schauen lachend aufs iPhone

Ein iPhone speichert viele schöne Erinnerungen, die für Angehörige sehr wertvoll sein können. (Foto: Freepik)

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einrichtung des Nachlasskontakts

Bevor du startest: Stelle sicher, dass deine Geräte auf dem neuesten Stand sind (mindestens iOS 15.2 oder macOS 12.1), damit du die Funktion in deinen Einstellungen auch verfügbar ist. Nutze für die Einrichtung den Systemassistenten auf deinem Gerät.

Auf dem iPhone oder iPad:

  1. Öffne die Einstellungen und tippe ganz oben auf deinen Namen.
  2. Wähle den Punkt Anmeldung & Sicherheit.
  3. Tippe auf Nachlasskontakt.
  4. Wähle Nachlasskontakt hinzufügen und authentifiziere dich kurz per FaceID oder Passcode.
  5. Wähle die Person aus deinen Kontakten aus und entscheide, wie du den Zugriffsschlüssel teilen möchtest.

Auf dem Mac:

  1. Klicke auf das Apple Logo, um die Systemeinstellungen aufzurufen.
  2. Klicke auf deinen Namen und dann auf Anmeldung & Sicherheit.
  3. Wähle Nachlasskontakt und folge den einfachen Anweisungen.

Was teilst du eigentlich mit deinem Kontakt?

Es ist wichtig zu verstehen, dass ein Nachlasskontakt nicht dein komplettes digitales Ich übernimmt. Apple trennt hier sehr feinfühlig zwischen persönlichen Erinnerungen und geschützten Systemdaten.

 

Eine Empfehlung von uns: Da Passwörter nicht automatisch vererbt werden, kann es sinnvoll sein, das Master-Passwort für dein MacBook oder iPhone an einem sicheren Ort (wie einem Tresor oder Notfallordner) zu hinterlegen.

Diese Daten werden geteilt

  • Medien: Die gesamte iCloud-Fotomediathek (Fotos und Videos).
  • Kommunikation: Kontakte, Kalender, Nachrichten und E-Mails.
  • Dokumente: Notizen, Dateien und iCloud Drive Dokumente.
  • Backups: Geräte-Backups und darin enthaltene App-Daten.

Diese Inhalte bleiben unter Verschluss

  • Passwörter: Der iCloud-Schlüsselbund wird nicht geteilt.
  • Lizenzen: Gekaufte Filme, Musik, Bücher sowie Abonnements werden nicht vererbt.
  • App-Käufe: Während App-Daten übertragen werden, können die App-Lizenzen selbst nicht übernommen werden.
älterer Herr tippt auf seinem iPhone

Die Eingabe deines Nachlasskontakts kannst du ganz einfach in den Einstellungen deine iPhone vornehmen. (Foto: Freepik)

Wie kommt die Hilfe bei den Angehörigen an?


Wenn der Moment gekommen ist, müssen die Hinterbliebenen keine Technik-Experten sein. Auf dem Portal Apple Digital Legacy kann der Antrag direkt online gestellt werden. Alles, was dafür nötig ist, sind der vom Verstorbenen erstellte Zugriffsschlüssel und die Sterbeurkunde. Sobald Apple den Zugriff genehmigt, wird die Aktivierungssperre auf den Geräten aufgehoben. Diese können dann zurückgesetzt und von der Familie weitergenutzt oder weitergegeben werden.

 

Wichtig für die Sicherheit: Mit der Freigabe des Zugriffs für den Nachlasskontakt werden zum Schutz der Privatsphäre auch alle hinterlegten Zahlungsinformationen sowie das ursprüngliche Passwort der verstorbenen Person dauerhaft entfernt. Dadurch wird gewährleistet, dass die persönlichen Erinnerungen sicher in die Hände der Erben übergehen, während sensible Finanzdaten geschützt bleiben.

Fazit: Vorsorge als Akt der Wertschätzung

Ohne Nachlasskontakt ist der Zugriff auf die Daten oft nur über aufwändige Gerichtsbeschlüsse möglich. Die rechtzeitige Einrichtung ist daher eine grosse Entlastung für die Menschen, die uns nahestehen.


Checkliste für deinen digitalen Nachlass: 

  1. Nachlasskontakt im iPhone oder Mac festlegen.
  2. Zugriffsschlüssel digital teilen oder als PDF ausdrucken.
  3. Den Ausdruck zu deinen anderen wichtigen Dokumenten legen.

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