21.09.2022, 11:24 | Linda Schenker
Jalousien, die bei Sonne und Hitze selbständig herunterfahren oder eine Gartenbewässerung, die sich über das Handy aktivieren lässt; das Smart Home bringt Komfort ins Leben. Doch viele Geräte und Apps von unterschiedlichen Herstellern kommunizieren nicht miteinander. Oder besser gesagt: noch nicht. Denn neben Bluetooth gibt es bereits zwei weitere Standards zur Verbindung von Smart Home Geräten. Das sind Thread und Matter. Erfahre mehr zu den heutigen Grenzen im intelligenten Zuhause und wie diese überwunden werden können.
Die Geräte des Herstellers Eve verbinden sich über Thread. (Foto: Eve)
Unzählige Gerätehersteller, zahlreiche Apps, verschiedene Benutzerkonten und Bedienkonzepte auf dem Markt erschweren die Einrichtung eines Smart Home. Zumal beim Kauf der Komponenten beachtet werden muss, dass eine Integration in die bestehende Technik möglich ist. Nach dem heutigen Entwicklungsstand beschränkt sich die Auswahl auf wenige Geräte verschiedener Hersteller, die mit dem gleichen Hub und mit nur einer App gesteuert werden können.
Über einen Hub lässt sich das Smart Home steuern. Jedes einzelne Gerät ist damit verbunden. Um alle Komponenten zu bedienen, muss also deren Kompatibilität mit der Steuerungseinheit gewährleistet sein. Zu diesen gehören zum Beispiel der Apple HomePod mini sowie die Apple TV Box.
Über Funk kommunizieren Smart Home Geräte bisher untereinander. Doch verstehen können sie sich nur dann, wenn sie den gleichen Standard unterstützen. Zigbee, WLAN, Bluetooth, Z-Wave und Apple AirPlay schliessen diese Liste noch lange nicht ab. Alle haben ihre Vorteile und Grenzen. Bluetooth zum Beispiel funktioniert nur über kurze Distanzen. WLAN hingegen braucht viel mehr Energie für die Datenübertragung als andere. Auch Thread und Matter gehören zu den Verbindungsstandards. Sie sind speziell auf Smart Home ausgerichtet.
Zu einem Smart Home gehört die Steuerung von elektronischer Einrichtung über die Stimme. Und da beginnt bereits das Dilemma. Siri von Apple, «Hey Google» und Amazons Alexa sind unterschiedlich programmiert und erfordern den Einsatz eines individuellen Vokabulars. Zudem bietet jeder der drei grossen Player eine eigene Steuerungsapp: Apple HomeKit, Google Home und Alexa Smarthome. Auf dem Markt sind kaum Geräte zu finden, die alle drei Plattformen unterstützen.
Dank Eve Thermo bestimmst du mit deinem iPhone die Temperatur daheim. (Foto: Eve)
Durch den 2014 entwickelten Funkstandard Thread können Lichter, Thermostate, Kameras, Steckdosen und weitere Smart Home Komponenten unabhängig von der Marke miteinander kommunizieren. Neben dem Senden und Empfangen von Daten ist jedes Thread-fähige Gerät gleichzeitig ein Router. Dadurch entsteht ein sogenanntes Mesh-Netzwerk. Fällt beispielsweise ein Knotenpunkt aus, springt ein anderer ein und gewährleistet damit eine lückenlose Verbindung zu jedem Komponenten. Zusammengefasst bietet der zukunftsfähige Standard folgende Vorteile:
Momentan führt der Smart Home Produkte Hersteller Eve die weltweit grösste Auswahl an Geräten, die Thread unterstützen.
Damit Smart Home Geräte in Zukunft eine einheitliche Sprache sprechen, entwickelten Apple, Google, Amazon, Eve und weitere Marken gemeinsam den neuen Standard Matter. Dieser lässt Komponenten über Kabel, WLAN, Thread oder herstellereigene Bridges miteinander kommunizieren. Dabei spielt es keine Rolle, welche App mit dem Netzwerk verbunden wird. Ein Matter-Gerät reagiert immer auf den letzten eingegebenen Befehl. Zudem kann dank des neuen Standards für die Sprachsteuerung im Smart Home Alexa, Google Assistant und Siri genutzt werden. Damit fallen zentrale Barrieren weg, die als unumgänglich galten.
Thread kann die Bewässerung im Smart Home steuern, wie zum Beispiel Eve Aqua. (Foto: Eve)
Ab Ende 2022 bietet der Markt Matter-fähige Geräte. In Zukunft wird die Integration neuer Smart Home Komponenten damit viel leichter. Bestehende Geräte und Smart Home-Systeme, die auf Thread basieren, sind bereits mit Matter kompatibel. Vorgesehen ist ausserdem, die Kompatibilität vieler existierender Produkte durch Updates zu gewährleisten. Zu guter Letzt können in einem Haushalt verschiedene Vorlieben nach Apple oder Android Geräten bedient werden, denn Matter kann mit beidem umgehen.
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