Neues Jahr und schon wieder ein neues Apple-Gerücht?
So behältst du den Überblick.

11.02.2026 15:18 | Linda Schenker

Eigentlich ist dein Apple-Gerät noch top in Schuss, aber dann liest du irgendwo, dass Apple für 2026 am iPhone Air 2 tüftelt, das so unglaublich dünn sein soll, dass es fast ins Portemonnaie passt. Und als ob das nicht genug wäre, flüstern Insider, dass wir bald AirPods mit eingebauten Infrarot-Kameras im Ohr tragen könnten, die unsere Handgesten im Raum erkennen. Und plötzlich fühlt sich das eigene aktuelle Gerät so an, als wäre es aus der Steinzeit. 


Angebliche Apple News sind ein faszinierendes Phänomen. Sie lassen uns von Features träumen, von denen wir gestern noch gar nicht wussten, dass wir sie uns wünschen. Warum brodelt die Gerüchteküche gerade bei Apple so extrem? Und wie findest du dich in diesem Informations-Dschungel zurecht?

Warum gerade Apple die Gerüchteküche beherrscht

iPhone Air bildet das «i» in AIR

Es steht für Apple Innovation: das schmale iPhone Air. (Foto: Apple)

Wenn Apple eins gut kann, dann ist es, Vorfreude zu schüren, wie kein anderer Technikhersteller. Nicht umsonst beherrscht die Frage «Wann kommt das neue iPhone?» die Google-Suche. Seit den ersten Keynotes mit Steve Jobs, der in schwarzem Rollkragenpulli vor weisser Leinwand stand, hat Apple eine Präsentation geschaffen, die wie ein Blick in die Zukunft wirkt. Doch bereits lange vor der offiziellen Ankündigung kursieren bereits vage Gerüchte und wilde Thesen im Internet. Dann folgen präzisere Prognosen und je näher der Launch rückt, desto dichter wird das Informationsnetz.


Das hat vor allem mit einer klugen Kommunikationsstrategie zu tun, denn Apple schützt seine Geheimnisse konsequent. Strikte Verschwiegenheit der Mitarbeitenden, abgeschottete Entwicklungsprozesse, limitierte Vorab-Ankündigungen und nicht zuletzt fragmentierte Lieferketten, bei denen jedes Teil aus anderer Produktion kommt, sorgen dafür, dass wirkliche Details rund um Neuerungen bei Apple erst spät ans Licht kommen. Und Apple selbst kommuniziert erst dann, wenn das Gerät bereits fast fertig zur Veröffentlichung ist.


Genau dieses Schweigen wirkt wie ein Beschleuniger, denn wo keine offiziellen Fakten existieren, beginnt stattdessen aufregende Spekulation. Für viele Fans gehört dieses Mitfiebern fest zum Apple-Hype dazu und macht die Veröffentlichung neuer Produkte so wunderbar reizvoll.

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Gerücht ist nicht gleich Gerücht

Informationen kommen aus allen möglichen Richtungen. Von Apple selbst kommen die wenigsten, die meisten tatsächlich von Medien, Analysten, Zulieferern und Fans. Sie alle betreiben geradezu Detektivarbeit, um einzelne Hinweise zusammenzusetzen und den Fall rund um die neueste Apple-Technik zu knacken. Nicht jeder Insiderbericht hat denselben Ursprung oder ist gleich verlässlich. Man kann sie aber relativ gut in Kategorien einteilen: 


  • Supply Chain oder Lieferketten Leaks, die direkt aus der Lieferkette stammen und mehrheitlich einzelne Bauteile betreffen. Wenn neue Displays oder Kameramodule in der Produktion auftauchen, ist das ein starkes Indiz für ein neues Gerät.
  • Software-Hinweise, die sich oft in neuen Updates von iOS und macOS finden. Sie zeigen, was zurzeit intern getestet wird. Das bedeutet zwar noch lange nicht, dass die Funktionen später tatsächlich veröffentlicht werden, sie sind aber eine tolle Spekulations-Grundlage, um sich selbst mal auf die Suche zu machen!
  • Analysten-Einschätzungen von Profis, die Informationen aus der Produktion und den Updates mit Marktanalysen und bisherigen Entwicklungen kombinieren, um so Rückschlüsse auf kommende Geräte zu schliessen. Diese Prognosen sind oft weniger spektakulär, dafür aber realitätsnäher.
  • Kontrollierte Leaks kommen tatsächlich auch von Apple selbst, um den Hype auf neue Produkte anzustossen oder Reaktionen auf neue Features zu testen. Welche Informationen Zufall oder Strategie sind, lässt sich allerdings selten sagen.
  • Fan-Spekulationen, wie zum Beispiel kreative Designs, wie das nächste iPhone oder die nächste Apple Watch aussehen könnte oder Wunschlisten, was sie sich als Weiterentwicklung der nächsten Apple-Generation wünschen. Sie machen Spass, sind aber in der Regel weit weg von der Realität.

Die üblichen Verdächtigen der Szene

Auch wenn viele Quellen anonym bleiben, gibt es einige Analysten, die als Experten gelten und meist recht treffsicher benennen können, was wir erwarten können. Falls du also Lust hast, etwas zu stöbern, empfehlen wir dir einen Blick auf Analysten wie Ming-Chi Kuo (Lieferketten), Mark Gurman (Software) oder Ross Young (Displaytechnik). Plattformen wie MacRumors bündeln ihre Einschätzungen und ordnen sie im Markt oder historisch ein, oft mit erstaunlich hoher Trefferquote (manchmal allerdings auch mit viel Fantasie).


Und natürlich liegen auch diese Profis gern mal daneben, denn Apple testet, verwirft, verschiebt, entwickelt neu bis kurz vor der Veröffentlichung. Es bleibt also jedes Mal bis zum letzten Moment spannend.

Spekulation zwischen Realität und Wunschdenken

Apple Store bei Nacht

Spätestens in einem Apple Store zeigt sich, was ein Gerücht ist und was nicht. (Foto: Guillaume Bleyer / unsplash)

Die Gerüchteküche brodelt ständig, aber oft genug bleibt es auch dabei. Grosse strategische Entscheidungen zeichnen sich oft lange im Voraus ab, wie zum Beispiel der Wechsel von Touch ID zu Face ID, der bereits Jahre vor Veröffentlichung diskutiert wurde, oder der Umstieg auf Apple Silicon Prozessoren beim MacBook. Auf der anderen Seite gibt es aber auch sehr unterhaltsame Fehlprognosen. Manche Mythen haben jahrelang die Schlagzeilen beherrscht, nur um dann lautlos im Sand zu verlaufen. Hier ein paar unserer Favoriten: 


  • Das «Apple iCar» (Projekt Titan): Über zehn Jahre lang war es das hartnäckigste Phantom der Tech-Welt, das selbstfahrende Elektroauto von Apple. Anfang 2024 wurde das Projekt offiziell eingestellt und die Ressourcen flossen stattdessen in die Entwicklung von KI (Apple Intelligence).
  • AirPower: Die Ladematte, die iPhone, Watch und AirPods gleichzeitig laden sollte, wurde 2017 sogar von Apple selbst angekündigt. Leider wurde sie beim Laden zu heiss und somit 2019 offiziell begraben.
  • Das port-lose iPhone: Seit Jahren prophezeien Leaker das Ende aller Kabel. Statt Anschlüsse zu streichen, brachte der regulatorische Druck der EU jedoch den Wechsel von Lightning auf USB-C. Das komplett kabellose iPhone bleibt also vorerst ein Traum der Designer.
  • Laser-Tastaturen & iWater: Früher kursierten Videos von iPhones, die Tastaturen auf Tische projizierten. Noch absurder waren Satire-Meldungen über «iWater» (Apple-Trinkwasser).

Was lernen wir daraus? Selbst wenn Experten oft richtig liegen, ist manchmal Fantasie der Autor eines Leaks. Zudem ist Apple konsequent darin, Projekte im letzten Moment zu stoppen, wenn sie den eigenen Qualitätsansprüchen nicht genügen.

Warum wir die Gerüchteküche so lieben

Hand aufs Herz: Ob nun Mythos oder Innovation, irgendwie üben die Spekulationen doch eine enorme Anziehungskraft auf uns aus. Das hat vor allem mit Psychologie zu tun, denn sie erzeugen Vorfreude auf das, was Apple sich wohl als nächstes ausgedacht haben könnte. Sie geben uns das Gefühl, Teil eines Insider-Zirkels und einer Community zu sein, und helfen dabei, Kaufentscheidungen emotional vorzubereiten. Gerade wenn man sich «gerne mal ein neues Gerät gönnt», werden Leaks schnell zur Entscheidungsgrundlage: Soll ich jetzt zugreifen oder lieber noch warten? 

Kaufen oder warten? Was die Gerüchte für dich bedeuten

Die entscheidende Frage vor jedem Kauf ist nicht, was eventuell in sechs Monaten kommt, sondern was du heute brauchst. Warten lohnt sich vor allem kurz vor dem Launch, wenn sich ein Produktzyklus offensichtlich am Ende befindet und die nächste Keynote unmittelbar vor der Tür steht (meist im Frühling oder Herbst). Oder wenn du auf eine ganz spezifische Funktion wartest, die für deinen Workflow entscheidend ist und von der man weiss, dass Apple diese bereits testet.


Ansonsten lohnt sich ein Upgrade fast immer, wenn du Lust auf die neueste Technik hast. Aktuelle Apple-Geräte sind technisch so weit ausgereift, dass sie über viele Jahre hinweg Top-Leistung bringen. Ob du nun das letzte Modell oder die nächste Generation nutzt, macht manchmal keinen spürbaren Unterschied. (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel, wie zum Beispiel die Entwicklung des MacBook Pro in 2021, das einen absoluten Quantensprung in der Leistung im Vergleich zum vorherigen Modell gemacht hat). Wer monatelang auf das vielleicht bessere Gerät wartet, verpasst in der Zwischenzeit all das, was ein neues Gerät heute schon leisten kann. Wenn dein iPhone oder MacBook also an seine Grenzen stösst, macht das Upgrade eigentlich immer Sinn.

P.S.: Dein altes Gerät ist bares Geld wert

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