Eine Website erstellen?
Kannst du selbst! So geht es einfach,
bezahlbar und ohne Vorkenntnisse
08.01.2026 18:17 | Linda Schenker
Eine Website zu erstellen, beginnt eigentlich immer gleich. Mit einer Idee. Vielleicht willst du deine Reisen festhalten in einem Blog, deinen Verein sichtbar machen oder deinem kleinen Business im Nebenerwerb online eine Plattform geben. Was vor Jahren noch an Technik, Kosten oder fehlenden Programmierkenntnissen scheiterte, ist heute mithilfe von sogenannten CMS-Systemen, die einen Website-Baukasten beinhalten, machbar geworden. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du deine eigene Website selbst erstellst und welche Programme sich dafür am besten eignen.
Wie beginnst du die Erstellung deiner eigenen Website?
Der Anfang einer Website kann eine von Hand gezeichnete Skizze sein. (Foto: Hal Gatewood / unsplash)
Am besten ist es, du setzt dich hin und fängst einfach einmal an, auch wenn du noch nicht weisst, wie. Da du hier gelandet bist, hast du bereits den ersten Schritt getan – gut gemacht. Bevor du dich um die Technik kümmerst, geben wir dir einige Tipps, wie du leichter in dein Projekt findest.
Vorbereitung für die Website Erstellung
- Schaue dir einige Websites von modernen Unternehmen an und achte dich dabei darauf, wie sie aufgebaut sind.
- Überlege dir, welche Informationen du teilen möchtest und wie du diese auf einzelnen Seiten aufteilst. Bei einem Verein sind das zum Beispiel: die Statuten, das Team und der Zweck.
- Zeichne die Seitenstruktur der einzelnen Seiten mal ganz rudimentär mit per Stift auf Papier oder auf deinem iPad auf.
Eine ideale Struktur für einzelne Seiten
Damit Nutzer:innen sich auf deiner Website zurechtfinden, beachte, dass du auf jeder Seite einen Header mit einem Menü (oder Navigation) sowie einen Footer mit deinen Kontaktdaten, dem Impressum, der Datenschutzerklärung und wenn du magst mit der Verlinkung zu den wichtigsten Seiten innerhalb der Website einfügst.
Rechtskonformität: Was jede Website beinhalten sollte
Alle Verantwortlichen, die eine Website betreiben, müssen deklarieren, wer sie sind, und zwar in einem Impressum. Ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben ist eine Datenschutzerklärung, die Besucher:innen darlegt, wie ihre Daten verarbeitet werden. Für beides findest du Vorlagen im Netz oder bei deinem Website-Baukasten-Anbieter.
Was ist eigentlich dieses «Hosting»? Ein Mini-Glossar
Hosting, Provider, Domain, CMS oder Website-Baukasten sind Begriffe, auf die du beim Erstellen deiner eigenen Website wahrscheinlich stossen wirst. Wir erklären dir diese in Kürze:
Domain und URL
Die Domain ist der eindeutige Name deiner Website im Internet, zum Beispiel meinreiseblog.ch. Diese sollte nicht zu lang sein und wenn möglich ausdrücken, was sich dahinter verbirgt. Sie bildet auch die Basis für eine URL, also einen Link, unter dem Dateien oder einzelne Seiten im Internet aufrufbar sind (Beispiel: meinreiseblog.ch/destinationen).
(Web)Hosting
Hosting ist wortwörtlich übersetzt die «Datenbewahrung». Der Host ist also der Speicherplatz, in dem deine Domain und alle Daten deiner Website liegen, wie das Design, die Texte, Fotos und Videos, und so weiter.
CMS (Content-Management-System)
Ein CMS, oder ein Content-Management-System, kann am besten als Plattform zur Verwaltung von Online-Inhalten beschrieben werden. Gemeint ist damit ein System, mit dem du Websites erstellen und pflegen kannst, also Layout, Texte und Bilder einfügen, ohne selbst programmieren zu können. Du arbeitest über eine Benutzeroberfläche, wie zum Beispiel einen Texteditor; das CMS kümmert sich darum, dass alles korrekt gespeichert und angezeigt wird.
Website-Baukasten
Website-Baukästen sind eine Variante von CMS-Systemen, die ein All-in-one-Paket bieten. Du bekommst die Domain, das Hosting, Gestaltungselemente, Updates und das Layout in einer Komplett-Lösung. Praktisch dabei ist, dass du die Website mithilfe von einem sogenannten Page-Builder (Baukasten) im Browser bearbeitest und direkt siehst, wie es in der Live-Version aussehen wird. Du platzierst Inhalte und Dekorationselemente per Mausklick und arrangiert Grafiken, Texte, Videos und Bilder nach deinen Wünschen. Zudem lassen sich mit Erweiterungen alle möglichen Funktionen ergänzen, wie zum Beispiel einen Online-Shop, einen Blog, ein Forum, Foto-Galerien und mehr.
Template
Das ist der englische Begriff für eine Vorlage. Im Kontext der Website-Erstellung geht es dabei konkret um eine Designvorlage, die du komplett individualisieren kannst. Bei allen Website Baukasten-Anbietern findest du eine grosse Auswahl an kostenlosen Templates und deren Verwendung ist sehr zu empfehlen. Du sparst dadurch viel Arbeit und hast direkt eine praktisch fertige Website, bei der du nur die Inhalte austauschen musst.
Website vs. Webseite vs. Homepage
Ist das nicht das gleiche? Was auf den ersten Blick nur eingedeutscht erscheint, ist tatsächlich eine Unterscheidung: Die Website ist der Oberbegriff für deinen gesamten Onlineauftritt, eine Webseite wiederum ist die einzelne Unterseite, also zum Beispiel eine «Kontakt»- oder «Über uns»-Seite. Umgangssprachlich wird der Begriff Homepage als Synonym für Website verwendet. Im Fachjargon handelt es sich dabei jedoch lediglich um die Startseite.
Infobox: Was bietet dir ein CMS mit Website-Baukasten?
- Intuitive Pflege von Content und Medien jederzeit und von überall, vorausgesetzt du hast ein Gerät mit Internetverbindung.
- Du kannst alles selbst gestalten und somit einzelne Seiten ergänzen, ändern oder entfernen.
- Die Optimierung für Mobilgeräte ist simpel, damit sie auf jedem Display, also auf dem Mac, iPhone oder iPad, gleichermassen ordentlich aussehen.
- Guides, die dich durch die Optimierung der Website für Suchmaschinen führen.
Schritt für Schritt zur eigenen Website
Bis zur fertigen Website durchläufst du einen Prozess aus vielen kleinen Schritten. (Foto: Solidpixels / unsplash)
Unabhängig davon, welches System du am Ende wählst, der Weg zur eigenen Website folgt meist denselben Grundschritten.
1. Wähle eine Domain als deine Adresse im Internet
Wie im Glossar beschrieben, ist die Domain die einzigartige Adresse deiner Website. Beliebt sind beschreibende, eingängige Namen, und als Privatpersonen eignet sich eine Variante deines eigenen Namens. Domains werden jährlich gemietet und kosten je nach Endung (.com, .ch, .org, und weitere) meistens zwischen 10 und 30 Franken pro Jahr. Die meisten Homepage-Baukasten-Anbieter bieten dir die Sicherung deiner Domain direkt im Paket mit an, sodass du dich nicht separat darum kümmern musst.
2. Wähle den Website-Baukasten-Anbieter
Website-Baukästen gibt es von verschiedenen Anbietern. Vielleicht kennst du WIX, Squarespace, Jimdo oder Webflow. Weiter unten stellen wir dir einige Baukasten-Systeme vor. Tipps zur Entscheidungshilfe: Frage in deinem Bekanntenkreis, ob jemand Erfahrung hat mit einem bestimmten Baukasten oder schau dir auf YouTube Videos an und lerne so die verschiedenen Systeme etwas kennen.
3. Entscheide dich für ein Template & passe diese an
Finde im Internet den Template-Katalog deines Website-Baukasten-Anbieters und stöbere mal durch. Du wählst dann ein Design, das zu deiner Persönlichkeit oder deinem Projekt passt und das dir gut gefällt. Dieses passt du dann entsprechend mit deinen Farben, Bildern, Schriftarten und Texten an.
4. Lege eine Seitenstruktur fest
Eine einfache Website braucht meist weniger Seiten, als man denkt. Für Privatpersonen oder ein Portfolio reicht ein sogenannter One-Pager, also nur eine einzige Seite, die alles abbildet. Für Vereine oder eine Business-Seite darf es etwas mehr sein:
- eine Startseite zur Orientierung
- eine Über-mich- oder Über-uns-Seite zur Vorstellung
- eine Seite mit dem Angebot
- eine Kontaktseite
Klarheit ist dabei wichtiger als der Umfang. Besucherinnen und Besucher wollen sich schnell orientieren und die Dinge finden, die sie interessieren.
5. Ein paar Tipps zur Gestaltung
Bei der Gestaltung gilt lieber schlicht als überladen. Durch gut lesbare Schriften, wenige Farben mit hohen Kontrasten, ein paar ausgewählte Fotos und etwas Abstand zwischen den Elementen wird eine Website angenehm fürs Auge und vermittelt ein modernes Gefühl. Website-Baukästen zeigen dir als Live-Vorschau an, wie die Seite wirkt. Du darfst mutig sein beim Gestalten, denn meistens gelingt die Darstellung am besten, wenn man einfach mal ein paar Dinge ausprobiert. Merke dir: Änderungen lassen sich wieder rückgängig machen.
6. Veröffentlichen und pflegen
Das Beste am Baustein-System: Ist deine Website einmal fertig, geht sie mit einem Klick online. Und wenn doch noch etwas fehlt oder nicht gefällt, kannst du die Inhalte jederzeit auch auf der Live-Website ändern.
Die Wahl des Website-Baukastens: eine Entscheidungshilfe
Im Fachjargon nennt man Mobile, Tablet und Desktop zusammengefasst auch «die verschiedenen Breakpoints».(Foto: Taras Shypka / unsplash)
Website-Baukasten von Schweizer Hosting-Anbietern
Viele Hosting-Anbieter haben mittlerweile gemerkt, dass die meisten Menschen nach einer möglichst einfachen und intuitiven Lösung für die eigene Website suchen. Deshalb gibt es von Hosting-Anbietern wie Hostpoint.ch oder Infomaniak.ch eine Rundum-Lösung, bei der das Hosting, die Domain und der Website-Builder inklusive sind.
Du wählst ein Template, passt Texte und Bilder im Browser an und kannst deine Seite relativ schnell live stellen. Das ist toll für kleinere Informationsseiten mit festem Inhalt, den du nicht regelmässig aktualisierst. Für grössere Projekte, zusätzlichen Funktionen oder sehr individuelle Designs stossen solche Systeme allerdings schnell an ihre Grenzen. Was wir hier besonders mögen, ist, dass der Dienstleister normalerweise über den Kundendienst schnell hilft, wenn es mal irgendwo haken sollte.
Mehr Funktionen und Designfreiheit mit den Alleskönnern
Wenn du beim Design mehr herausholen willst (und vielleicht auch irgendwann Blog, ein kleiner Online-Shop, Veranstaltungen oder Termin-Buchungen ein Thema werden könnten), landen die meisten ziemlich schnell bei Squarespace, Wix oder Webflow. Alle genannten Dienste – es gibt noch etliche weitere – sind Homepage-Baukästen mit Rundum-Lösung, also inklusive Hosting, Domain, Sicherheit und Templates. Wer sich etwas mehr zutraut an Technik, setzt auf WIX Studio oder Webflow. Wir stellen alle Systeme kurz vor.
Squarespace: klar und strukturiert
Squarespace setzt bewusst auf Struktur statt maximaler Gestaltungsfreiheit. Die Designs sind sehr hochwertig, gerade wenn du viel mit Bildern arbeitest, zum Beispiel als Fotograf:in oder in einem Blog mit schönen Aufnahmen. Und weil sich die Seite an einem Raster orientiert, sieht sie immer aufgeräumt und professionell aus. Somit eignet sich Squarespace besonders für Websites, bei denen professionelle Inhalte und Ästhetik im Vordergrund stehen und weniger für Projekte, die sehr individuell wachsen.
WIX Creator: einfach und flexibel
Der WIX Creator oder auch WIX Editor ist wohl eines der bekanntesten Website-Baukasten-Systeme und ermöglicht es dir, schnell und ohne Vorkenntnisse eine Website zu erstellen. Der WIX Creator ist noch etwas flexibler, was die Designmöglichkeiten angeht, als Squarespace. Du baust per Drag-and-Drop, platzierst Elemente ziemlich frei und kannst dich kreativ austoben. Damit bietet dir WIX Editor viel gestalterische Freiheit, was sich für individuelle Projekte oder persönliche Websites sehr gut eignet.
WIX Studio: einfach und doch vielseitig
Im Jahr 2023 brachte das Unternehmen WIX seinen neuen Website-Builder WIX Studio heraus. Das neue Tool ist sehr benutzerfreundlich und moderner. Es bietet dir viele Möglichkeiten, wie unter anderem:
- Ein grosses Plus an Funktionen
- Benutzerdefinierte Animationen
- Eine grosse Elemente-Mediathek
- Hinzufügen von Drittanbieter-Apps
- Die Möglichkeit zu Programmieren
Ausserdem kannst du mit WIX Studio mehrere Projekte, auch im WIX Editor erstellte Websites, an einem Ort verwalten. Das heisst, du hast ein Login für mehrere Websites. Falls du WIX bereits kennst, wirst du dich in WIX Studio sehr schnell zurechtfinden.
Webflow: Mit einem Plus an Möglichkeiten
Webflow ist kein klassischer Baukasten wie zum Beispiel Sqaurespace, aber auch kein CMS wie WordPress, sondern liegt irgendwo dazwischen. Es ist etwas komplexer als die anderen Varianten. Dafür kannst du, wenn du dich mit Layouts auseinandersetzt, richtig individuelle Seiten erstellen. Design, Animationen und Struktur greifen bei Webflow nämlich sehr gut ineinander. Auch bei Webflow musst du nicht programmieren können, aber du hast die Möglichkeit dazu.
Aber was ist mit WordPress?
WordPress ist wohl das bekannteste Content-Management-System weltweit und bietet die grösste Flexibilität durch unzählige Erweiterungen, Programmiermöglichkeiten (wenn man kann und will), und tausende von Vorlagen. Das macht es allerdings auch zu einem anspruchsvollen System mit höherem Pflegeaufwand, für das du ein externes Hosting brauchst und Updates selbst vornehmen musst, damit keine Sicherheitslücken entstehen. Wir erwähnen es aus diesem Grund nur am Rande und empfehlen es nicht für Website-Neulinge.
Welches CMS-System passt nun zu dir?
Die Wahl hängt weniger von der Technik ab als von deinem Ziel:
- Du willst einfach schnell online sein? Nutze den Hostpoint- oder Infomaniak-Builder.
- Du willst mehr Design und Funktionen in einem einfachen System? Wähle Squarespace oder Wix.
- Du willst die volle Kontrolle über Design sowie Struktur und bist Technik-Affin? In diesem Fall ist WIX Studio oder Webflow dein Tool.
Eine Website selbst erstellen und trotzdem nicht allein sein
Eine eigene Website zu erstellen, ist heute gut machbar. Dennoch tauchen unterwegs oft Fragen auf: Welche Bilder sind geeignet? Welche Seiten brauche ich wirklich? Wie bleibt die Website übersichtlich? Genau hier kann Unterstützung sinnvoll sein, sei es für einen kurzen Check, bei der Auswahl des Systems oder beim Feinschliff. Viele starten selbst und holen sich punktuell Hilfe, wenn sie unsicher sind. Auch das ist ein völlig normaler Weg.
Unsere Blog-Redakteurin Linda Schenker kennt sich mit WIX und WIX Studio aus. Falls du Fragen hast oder Support brauchst, nimm Kontakt mit ihr auf. Ihre Agentur heisst webli.
Deine eigene Website? Das kannst du!
Fasse Mut und nimm den ersten Schritt. Jeder grossen Website liegt ein weisses Blatt zugrunde und die Menschen dahinter haben bei null angefangen. Wähle das Tool, das zu deinen Anforderungen passt und lege einfach los. Mit ein wenig Einarbeitung entwickelst du schnell die nötige Routine, um einen professionellen Webauftritt zu gestalten, der deine Ziele erreicht.
Und wenn es mal knifflig wird, profitierst du von einer riesigen Wissensbasis, die im Netz bereits vorhanden ist. Die Blog-Artikel oder die Hilfe-Center der Anbieter sowie unzählige Experten-Tutorials auf YouTube führen dich fachlich fundiert durch die Funktionen. Es gibt kaum eine Herausforderung, für die es nicht bereits eine Lösung gibt. Wir wünschen dir viel Freude und gutes Gelingen vom Beginn bis zum Ende deines Website-Projekts.
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